Werte leben – A café with character
In der Ausgabe 03/2016 der »Novum – World of Graphic Design« wurde unser Corporate Design für das Kölner Café Sehnsucht vorgestellt – wir freuen uns sehr über diese Veröffentlichung.

Im Folgenden die Abschrift des Artikels aus der Novum (03/2016):
Das Café Sehnsucht in Köln-Ehrenfeld ist eine Institution, auch weil es sich seit langem dem Mainstream verweigert. Das neue Erscheinungsbild zitiert nicht nur Elemente aus den historischen Räumen, es verkörpert auch den Anspruch, einen Gastronomiebetrieb ohne Ausbeutung zu betreiben.
Es gibt sicher schlechtere Ausgangssituationen, als für einen Kunden zu arbeiten, der Café Sehnsucht heißt, so konnte auch der Gestalter Daniel Hyngar nicht widerstehen und machte das romantische Motiv Sehnsucht zu einem zentralen Element seines Designs. Alte Postkartenmotive aus einem antiquarischen Fundus werden durch Zitate von Rainer Maria Rilke, Heinrich Heine und Friedrich Hölderlin ergänzt und entführen den Betrachter in eine »bessere« Welt. Doch die Gestaltung orientiert sich nicht nur am Namen, auch die Räumlichkeiten selbst stammen aus einer anderen Zeit.
Alte Fliesen mit Ornamenten, ein verzierter Holzofen und Bordüren mit Seepferdchen verleihen dem Café ein romantisches Flair. Das Seepferdchen erkor Hyngar zur Bildmarke, die teils gemeinsam mit dem Schriftzug Café Sehnsucht verwendet wird, teils auch getrennt auf den Kommunikationsmitteln zum Einsatz kommt. »Neben Getränkekarten, Speisekarten, Gutscheinen und Visitenkarten,« erklärt der Gestalter, »sind zudem Kartenhalter und Klemmbretter entstanden, auf denen die grafisch neu interpretierte Seepferdchen-Bildmarke eingebrannt wurde. Umgesetzt wurden die Utensilien in Zusammenarbeit mit einer kleinen Holzmanufaktur aus dem Norden Englands.«
Dank vieler liebevoller Details kommt das neue Erscheinungsbild bei der breiten Zielgruppe der Cafébesucher sehr gut an, es verkörpert allerdings auch die Wertvorstellungen der Besitzerin Monika Linden und ihres Küchenchefs Tim Weber, die seit Jahrzehnten einen Gastronomiebetrieb führen, der sich – ganz romantisch – versucht, nachhaltig zu wirtschaften und niemanden auszubeuten.
Text: Christine Moosmann